Die Erfolgsgeschichte des Bahnhofmarkts und wie er sich in Zeiten des Online-Shoppings behauptet.

Die Erfolgsgeschichte des Bahnhofmarkts und wie er sich in Zeiten des Online-Shoppings behauptet.
25. Juni 2019, Daniel Wassmer im Gespräch mit Nicolas Maeder

Die Erfolgsgeschichte des Bahnhofmarkts und wie er sich in Zeiten des Online-Shoppings behauptet.

Der Bahnhofmarkt im Zürich Hauptbahnhof ist eine wahre Institution und wie andere klassische Wochenmärkte nicht mehr wegzudenken. Seit rund 19 Jahren findet er regelmässig immer mittwochs in der Wannerhalle statt. Kleine Händler und Anbieter bringen den Besuchern frische, regionale und internationale Produkte im Bereich Food und NonFood näher und verkaufen direkt ab Marktstand. Wie sich der gute alte Märit in Zeiten des Online-Shoppings behauptet und nach wie vor grosser Beliebtheit erfreut, erklärt Nicolas Maeder, Geschäftsführer der Mercato AG und Betreiber des «HaBe Märt» – die Neuauflage des Bahnhofmarkts – im Interview.

Wie ist der «HaBe Märt» gestartet?

Trotz einem «Kaltstart» (es war am ersten Mittwoch im Mai bei 9 Grad Aussentemperatur) sind wir gut gestartet. Die Mischung aus klassischem Markt und Streetfood mit vielen Sitzmöglichkeiten kommt gut an. Besonders die Apéro Zeit zwischen 17:00 und 20:00 Uhr hat von Anfang an super funktioniert.
Natürlich wird von Mittwoch zu Mittwoch optimiert bis wir alle Bedürfnisse der Marktkunden und der Marktfahrer erfüllen können. Im Juli und August werden wir den «Sommer-HaBe Märt» lancieren und im Herbst wird es «Wild».

Was hat sich in Zeiten des Online-Shoppings geändert und wie behauptet sich der «HaBe Märt»?

Das Herzstück jedes Marktes sind die Frischprodukte wie Brot, Käse und Gemüse. Solche Produkte müssen, wie der Name sagt, frisch sein und die Kunden wollen sie riechen, schmecken und fühlen können. Das geht online zum Glück (noch) nicht.
Zusätzlich bieten wir auf dem «HaBe Märt» Food, Drinks und Unterhaltung. Unsere Gäste können einkaufen und an der Bar, in dieser wunderschönen Halle, ein Bier oder hausgemachte Limonaden und etwas zu essen geniessen.

Warum ist das Thema Regionalisierung wichtig?

Der Kunde möchte heutzutage wissen woher ein Produkt kommt und wie es gemacht wird. Das schöne in der Schweiz ist, dass der Konsument für ein top Produkt aus artgerechter Haltung gerne etwas mehr bezahlt. Wenn dann noch eine spannende Geschichte mit einer Persönlichkeit dahintersteht, umso schöner. Dies ist zum Beispiel bei unserem Bäcker Martin Winkler der Fall. Ein Handwerker mit Leidenschaft!

Welche Rolle spielt der Standort bzw. die spezielle Lokation im Zürich HB?

Die Halle ist einzigartig. Sie braucht aber auch einen speziellen Markt. Und diesen versuchen wir von Mittwoch zu Mittwoch zu perfektionieren bis alles passt.

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des Märit allgemein bzw. des «HaBe Märt» ein?

Unterhaltung und Erlebnis werden immer wichtiger. Auch da sind wir mit Hochdruck dran. Für den «Sommer-HaBe Märt» haben wir zum Beispiel das Setup so angepasst, dass der Markt kompakter erscheint und noch mehr Stimmung herrschen wird.
Nach sieben Wochen Markterfahrung sind wir noch mit der Gegenwart beschäftigt. Wenn im Frühling 2020 der «HaBe Märt 2.0» startet, wissen wir mehr über die Entwicklung und die Zukunft des «HaBe Märt».

Nicolas Maeder
Gastronom

Die Mischung aus klassischem Markt und Streetfood mit vielen Sitzmöglichkeiten kommt gut an.

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Nicolas Maeder
Nicolas Maeder
Nicolas Maeder ist seit 20 Jahren als Gastronom in Zürich tätig. Der gebürtige Zürcher ist seit elf Jahren selbstständig und betreibt unter anderem das Restaurant Bärengasse, die Atelier Bar und das Restaurant Freilager. Nebenbei ist er im Eventbereich an verschiedenen Festivals und Partys tätig.

interviewt von

Daniel Wassmer
Daniel Wassmer
Daniel Wassmer ist Detailhandelsökonom und arbeitet seit 2014 bei SBB Immobilien, als Leiter Center Management Zürich. Daniel Wassmer berichtet über kommerzielle Hintergründe, Trends und Innovationsthemen aus dem Bereich Retail & Gastronomie und gibt aktuelle Einblicke in die Geschehnisse rund um die Bahnhofswelt.
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