NZZ yearbook Real Estate: Die Digitale Transformation prägt die Edition 2017/18.
3. Oktober 2017, Björn Zern

NZZ yearbook Real Estate: Die Digitale Transformation prägt die Edition 2017/18.

Die jüngsten Zahlen von Grossbanken, Researchanbietern und dem Bundesamt für Statistik weisen darauf hin, dass sich das Wachstumstempo am Schweizer Immobilienmarkt drosseln wird. Denn nach den Büro- und Gewerbeimmobilien steigen nun die Leerstände auch im Bereich der Wohnimmobilien. Einen Kollaps des Marktes befürchten die Experten allerdings nicht.

Eine Abkühlung des in den letzten Jahren teilweise überhitzten Marktes könnte jedoch aus zweierlei Gründen gut sein. Einerseits gehen die Preise für Immobilien in den Regionen, wo sie in der Vergangenheit überschossen haben, auf ein marktübliches Niveau zurück. Andererseits lässt das reduzierte Wachstumstempo die Branche nicht nur durchatmen. Sie kann die Zeit auch nutzen, um sich mit der Digitalen Transformation in der Bau- und Immobilienbranche zu beschäftigten. Denn zwei Themen werden die Branche grundlegend verändern: die intelligente Stadt – auch Smart City genannt – und die vollintegrierte Planung der Bauwerke, die im Branchenjargon als Building Information Modelling (BIM) bezeichnet wird.

Schlagwort Smart City und BIM

Das Autorenteam des NZZ Immobilienjahrbuches hat sich in der Edition 2017/18 daher auch mit diesen beiden Themen beschäftigt. Wie in den letzten sieben Jahren umfasst das Buch eine Übersicht über 50 aktuelle Immobilienprojekte in der Schweiz in acht Wirtschaftsregionen. Doch nur ein ganz kleiner Teil dieser Projekte weist eine Verbindung zu Smart Cities, Smart Buildings oder Gebäuden auf, die komplett mit BIM geplant wurden. Am Vierwaldstättersee entsteht beispielsweise mit dem Weggishof eine Wohnüberbauung, die komplett mit BIM geplant wurde und auch Elemente von intelligenten, nachhaltig erstellten Gebäuden aufweist. In mehreren Städten wie St. Gallen entstehen erste Quartiere, die Ansätze einer Smart City verfolgen. Und auch SBB Immobilien setzt sich intensiv in Projektgruppen mit dem Thema Smart City und BIM auseinander.

«Fotolia Sergey Nivens»
Quelle: «Fotolia Sergey Nivens»

Steigende Komplexität und neue Anspruchsgruppen

Ein genauerer Blick auf die unterschiedlichen Projekte, Initiativen und Bestrebungen, welche die Bau- und Immobilienbranche in das Digitale Zeitalter führen sollen, zeigt, warum es bisher noch an Pilot- und Leuchtturmprojekten fehlt. Zwar war die Baubranche schon bisher auf einen reibungsglosen Ablauf angewiesen, um Bauprojekte zeit- und budgetgerecht zu erstellen. Doch ganz gleich, ob Grossprojekt oder der Bau von Einfamilienhäusern: Viele dieser Vorhaben konnten nicht wie geplant abgeschlossen werden. Grund dafür ist die Komplexität eines Projektes, die schon bisher nicht einfach zu handeln war.

Bei Smart-City-Projekten und auch der Planung mit BIM nimmt die Komplexität nochmals zu und muss von Beginn an in das Design der Tools und Planungsprozesse mit einfliessen. Hinzu kommt, dass auch ganz neue Anspruchsgruppen in den Projekten berücksichtigt werden müssen. Mobilitätsanbieter, Infrastrukturunternehmen, Softwareunternehmen, öffentliche Hand, Versorgungsunternehmen – alle diese Gruppen werden künftig Hand in Hand arbeiten müssen. Diese neuen Formen der Zusammenarbeit sind notwendig, um die Smart Cities überhaupt bauen zu können. Sie stellen allerdings auch neue Anforderungen an die Form der Kommunikation unter diesen Anspruchsgruppen.

Chancen für neue Geschäftsmodelle

Schon heute gibt es in der Branche eine Vielzahl von Akteuren, die sich offen mit den neuen Herausforderungen auseinandersetzen. Dazu gehört auch die SBB. SBB Immobilien plant beispielweise bei der Realisation des neuen Letzi Turms ein Pilotprojekt für BIM: Stellen sich erste Erfolge ein, dürfte das Thema Digitale Transformation in der Bau- und Immobilienbranche rasch an Dynamik gewinnen. Ähnlich wie in der Medienindustrie oder der Finanzbranche werden dann ganz neue Geschäftsmodelle entstehen und bisher unbekannte Player auf den Markt drängen.

Es ist daher durchaus denkbar, dass schon die Edition 2019/20 des Immobilienjahrbuches der NZZ ganz andere Akzente setzt und völlig neue Projekte vorstellen wird. Die aktuelle Ausgabe zeigt auf, dass es heute schon notwendig ist, sich mit den Zukunftsthemen auseinanderzusetzen. Dies insbesondere, um fit für die Zukunft zu sein und auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das NZZ yearbook Real Estate erscheint am 4. Oktober anlässlich der Exporeal in München. In der Schweiz wird es im Rahmen des Immotalk am 12. Oktober in Luzern vorgestellt.

 

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