Sauberkeit im Bahnhof bleibt ständige Herausforderung.
5. September 2017, Christian Fricker

Sauberkeit im Bahnhof bleibt ständige Herausforderung.

Jeder von uns hat sich bestimmt schon einmal geärgert, wenn auf dem Perron ein alter Kaugummi am Schuh kleben bleibt oder das Gleisbett mit Zigarettenstummeln übersät ist. Doch das Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfall im öffentlichen Raum – im englischen auch «Littering» genannt – verursacht nicht nur Ärger. Seine Beseitigung bindet auch erhebliche personelle und materielle Ressourcen. Alleine das Gleispicken kostet uns jährlich rund vier Millionen Franken.

330 Mitarbeitende vom SBB Facility Management reinigen täglich die rund 800 Bahnhöfe in der Schweiz, denn einmal verunreinigte Areale stärken das Gefühl der Unsicherheit und senken die Hemmschwelle für weiteres Littering. Zumal der achtlos weggeworfene Abfall zum Teil auch direkt der Umwelt schadet. Das hat zu Beginn des Jahres eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW gezeigt, die im Rahmen des studentischen Projektes «Zug um Zug» entstand.

Nur ein Drittel der Zigarettenstummel wird korrekt entsorgt

Ihre Bilanz ist ernüchternd: Von 100 am Bahnhof gerauchten Zigaretten werden nur 33 in den Aschenbecher geworfen. Die anderen landen dagegen zwischen den Gleisen. Die mit Teer getränkten Filter zersetzen sich erst nach Jahren und belasten die Umwelt mit Gift – neben Nikotin auch mit Aluminium, Cadmium, Blei und Arsen. Je nach Überdachung werden diese Schadstoffe durch den Regen aus den Stummeln gewaschen und landen im Grundwasser.

Zigarettenstummel im Gleisbett

Das Aufstellen neuer, gut sichtbarer Aschenbecher in den wichtigsten Bahnhöfen hat zwar bereits Erfolge gebracht, aber Littering bleibt weiter eine ständige Herausforderung. Wir betreiben einen grossen Aufwand, um die Abfallberge zu verkleinern. Insgesamt entfernen über 1200 SBB Mitarbeitende täglich mehr als 100 Tonnen Zeitungen, Kunststoff, Aluminium und anderen Abfall aus Zügen und an den Bahnhöfen. Das ergibt einen Güterzug von Bern bis nach Biel. Im Jahr wären das 2700 vollbeladene Güterwagen. Damit diese Menge nicht noch weiter zunimmt, arbeiten wir zusammen mit unseren Fahrgästen aktiv daran, Abfall zu vermeiden, zu trennen und zu recyceln.

Nationaler Clean-Up-Day 2017 am 8. und 9. September

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Bahnhof Bern haben wir mittlerweile in den 34 grössten Bahnhöfen Recycling-Stationen aufgestellt und ermöglichen so eine einfache Abfalltrennung. War schon der Test sehr erfolgreich, so liegen wir heute bei einem Wertstoffanteil von konstant 45 Prozent. Die Reinheit der einzelnen Bestandteile beträgt inzwischen über 90 Prozent. Es hat den Anschein, dass wir mit diesem Angebot einen Nerv unserer Kundinnen und Kunden getroffen haben. Sie wollen etwas für eine saubere Umwelt tun. Und wir stärken mit unseren regelmässigen Anti-Littering-Kampagnen dieses Bewusstsein. Denn die Abfallmenge nimmt zu und es bleibt viel zu tun. Deshalb sagen wir auch in diesem Jahr dem Littering in Bahnhöfen und Zügen den Kampf an und beteiligen uns aktiv am nationalen Clean-Up-Day 2017, der am 8. und 9. September 2017 stattfindet.

Clean-up-Day 2017

Mitarbeitende leisten persönlichen Beitrag

Unsere Mitarbeitende sind nicht nur an diesem Tag, der weltweit in 96 Ländern veranstaltet wird, wichtige Vorbilder für unsere Kundinnen und Kunden, sondern leisten auch im Alltag ihren persönlichen Beitrag für eine saubere SBB. Etwa indem sie ihren persönlichen Abfall am Bahnhof und nicht im Zug entsorgen oder liegengebliebenen Müll im Zug und am Bahnhof beim Vorbeigehen auflesen und beseitigen. Auch wenn sie direkt bei den Aschenbechern rauchen und ihre Zigarettenstummel korrekt entsorgen, ist das ein positives Beispiel.

Bei der grössten Schweizer «Fötzeliaktion» sind viele unserer Mitarbeitenden während ihrer Arbeitszeit dabei, unter anderem bei Reinigungsaktionen in den Zügen und in den Bahnhöfen. Mich können Sie übrigens am 8. September in Zürich oder in Bern beim Bahnhof-Aufräumen treffen. Denn Umweltschutz beginnt vor der eigenen Haustüre. Es fällt niemanden ein Zacken aus der Krone, wenn er hier mit gutem Beispiel vorangeht.