SmartSuisse – gemeinsam unterwegs zu den intelligenten Städten von morgen.
4. Mai 2017, Alexander Muhm

SmartSuisse – gemeinsam unterwegs zu den intelligenten Städten von morgen.

Ich besuchte letzte Woche die SmartSuisse im Congress Center in Basel. Die erste Fachkonferenz zum Thema Smart City widmete sich unter dem Motto „Smart up Your city“ intelligenten Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Der Besuch der Konferenz mit Begleitausstellung war äusserst interessant. Nebst spannenden Reden bot die Veranstaltung auch Workshops, in welchen die Teilnehmenden vielversprechende Lösungsansätze für die smarten Städte von morgen aufzeigten. Daneben habe ich interessante Gespräche geführt, so auch mit Beat Aeberhard. Er ist Kantonsbaumeister und leitet den Bereich Städtebau & Architektur im Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt. Basel-Stadt ist für die SBB ein wichtiger Entwicklungspartner. Ich habe die Gelegenheit genutzt, ihm ein paar Fragen zum Thema Smart City und zur Entwicklung des Areals Wolf in Basel zu stellen.

 Beat Aeberhard, Kantonsbaumeister und Leiter Städtebau & Architektur des Bau- und Verkehrsdepartements Kanton Basel-Stadt

Herr Aeberhard, was bedeutet für Sie «Smart City»? Ist es mehr als ein Schlagwort?

Beat Aeberhard: Ob sich „Smart City“ als längerfristige Leitidee durchsetzt, soll die kommende Generation von Stadtforschern beurteilen. Es scheint aber heute klar, dass bezüglich der bestehenden Herausforderungen technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen erforderlich sind. Smartness allein reicht nicht. Ist „Smart City“ aber Teil eines umfassenden Entwicklungskonzeptes, mit dem Städte nicht nur technologisch fortschrittlicher, sondern eben auch ökologischer und sozial inklusiver gestaltet werden, dann hat der Ansatz gute Chancen, mehr als ein Schlagwort zu sein.

Von Mai bis Dezember 2017 läuft die städtebauliche Studie für Basel Wolf, das smarte Pilotareal von SBB Immobilien. Welche Bedeutung hat dieser Standort für die Stadt Basel?

Das Areal Wolf liegt durch seine historische Entwicklung bedingt an bedeutenden Verkehrsinfrastrukturen. Es ist ein grosses, zentrumsnahes Areal mit einem hohen städtebaulichen Potenzial für ganz verschiedene Nutzungen. Dabei darf es nicht mit einem „klassischen“ Transformationsareal verwechselt werden, auf dem bestehende Nutzungen aufgegeben und somit Brachen neu entwickelt werden. Vielmehr muss bestehenden heutigen Nutzungen, die auch in Zukunft für die Stadt Basel wichtig sind, Rechnung getragen werden.  Zum Beispiel der heute vorhandenen Logistik,  die sich zu einer City-Logistik von morgen entwickeln soll.  In der Planung müssen somit innovative Ansätze aufzeigen, wie die Potenziale vom Wolf zum Tragen kommen und wie mit den grossen Herausforderungen bezüglich Lärm und Störfallordnung umgegangen wird.

Was sind Ihre Erwartungen an die städtebauliche Studie?

Ich erwarte, dass der Studienauftrag eine Reihe von verschiedenen Fragestellungen adressiert und dazu Antworten liefert. Zu den Fragen zählen etwa: Welche Qualitäten können an diesem Ort, der von Verkehrsinfrastrukturen umgeben und charakterisiert ist, entstehen? Welche Räume sind geeignet, sodass ein lebendiges und durchmischtes Stadtquartier möglich wird? Wie wird es mit den angrenzenden Quartieren verknüpft? Welche eigene Prägung hat es? Wie empfängt es all jene, die mit Bahn und Auto in Basel ankommen? Wie wird der Wolf zu einer Visitenkarte für die Stadt – zu einem Ort mit eigener Ausstrahlung und starker Identität? Welche Massnahmen und innovativen Ansätze bräuchte es dazu? Und natürlich: wie können die unterschiedlichen Nutzungen so angeordnet werden, dass keine neuen Konflikte geschaffen werden?

Was benötigt dieser zukünftige Stadtraum, damit sie selbst dort wohnen würden?

Dazu muss der Wolf zu einem Ort werden, der Lebensqualität bietet: Ein dichtes Quartier der kurzen Wege, belebt und mit vielen Nutzungsangeboten. Mit Aussenräumen, die Lust machen, zu verweilen. Ein Ort für ganz unterschiedliche Menschen, für Jung und Alt, für Durchreisende und Leute, die bleiben wollen, da sie sich wohlfühlen. Ein vielversprechender Ort, der nicht zuletzt von seinen speziellen Qualitäten lebt – wie den historischen Güterhallen oder dem Ausblick übers Gleisfeld gegen Süden.