Wie kam es zum neuen Studiostandort von SRF im Meret Oppenheim Hochhaus?

Wie kam es zum neuen Studiostandort von SRF im Meret Oppenheim Hochhaus?
20. Juni 2019, Maja Ristic im Gespräch mit René Schell

Wie kam es zum neuen Studiostandort von SRF im Meret Oppenheim Hochhaus?

Im Mai 2019 hat das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) als erste Mieterin ihre Studioflächen im 81 Meter hohen Meret Oppenheim Hochhaus in Basel bezogen. Wie es dazu kam und was der neue Standort für SRF bedeutet, erklärt René Schell, Gesamtprojektleiter Neuer Studiostandort Basel und Stabsleiter Kultur vom Schweizer Radio und Fernsehen im Interview.

Wie kam es zur Miete der Studiofläche im MOH?

Die Absicht, in Basel einen neuen, zentral gelegenen Studiostandort zu suchen, bestand schon länger. Der Entscheid fiel 2011 bei der Fusion von Radio DRS und Schweizer Fernsehen SF. Daraus entstand bekanntlich SRF. In Basel sollte aber nicht einfach nur ein neues Studio entstehen, sondern es sollte künftig alle Kulturredaktionen von SRF beheimaten: Fernsehen, Radio und Online. Das haben wir im MOH realisiert.

Welche Kriterien im Auswahlprozess haben zum Entscheid für das MOH geführt?

Als wir uns im Juli 2013 auf die Suche nach einem neuen Studiostandort in Basel machten, orientierten wir uns an zwei Bedingungen. Die wichtigste: Das neue Studio musste in fünf Minuten Gehdistanz zum Bahnhof SBB gelegen sein.

Zweitens musste es möglich sein, Hörspielstudios zu bauen, was sich leichter sagt, als es ist; denn aus akustischen Gründen braucht es dazu eine Raumhöhe im Licht von mindestens vier Metern, was fast nirgends gegeben ist. Im MOH aber war beides gegeben. Ein Glücksfall.

Welche Rolle spielt das Umfeld, in Ihrem Fall die Nähe zum Bahnhof Basel?

Wie bereits angedeutet, war das vorrangig. Wir wussten, dass mehr als hundert Mitarbeitende, die bisher in Zürich arbeiteten, in Zukunft nach Basel pendeln würden. Für die Standortsuche bedeutete dies: je näher am Bahnhof, desto besser.

Dazu kam ein zweiter, weiter greifender Grund: SRF Kultur bildet im Gesamten eine der grössten Kulturredaktionen der Schweiz – und einer der wichtigsten Kulturproduzenten im Land. Mit dem neuen Standort im MOH wollen wir dies auch sichtbar und erlebbar machen.

Diesem Ziel dient nicht zuletzt das Auditorium: für Publikumsveranstaltungen und öffentliche Produktionen von SRF, als Ort der Begegnung und Auseinandersetzung, des Austauschs und der Mitwirkung des Publikums. Auch dafür also ist die Lage am Bahnhof, die Nähe zum öffentlichen Verkehr essenziell.

In welches Zukunftsprojekt investieren Sie momentan Ihre meiste Zeit?

SRF steckt wie alle Medienunternehmen, öffentliche und private, in einem Transformationsprozess. Das Stichwort dazu lautet Digitalisierung. Die Nutzung unserer Inhalte verändert sich rasant – und radikal. Unsere Inhalte werden zunehmend online genutzt, auf allen möglichen Kanälen und Plattformen, zu jeder beliebigen Zeit.

Gleichzeitig wächst die Zahl der Anbieter ins Unüberschaubare, und wir müssen auch mit weniger Geld auskommen. Das krempelt so ziemlich alles um: die Planung und Produktion der Inhalte ebenso wie deren Distribution, die Verteilung und den Umgang mit Ressourcen.

Im MOH haben wir quasi die räumlichen und technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen. Für die Mitarbeitenden bedeutet dies nicht nur neue Arbeitsplätze im MOH, sondern auch: neue Arbeitsmittel, neue Jobprofile, neue Workflows, eine neue Art der Zusammenarbeit. Und bei allen Veränderungen die Inhalte und die Qualität unseres Angebots nicht aus dem Auge zu verlieren. Das sind wir am Lernen, am Entwickeln, am Verbessern. Und das zu bewerkstelligen ist mit meine Aufgabe bei SRF Kultur.


Eröffnungsanlass SRF-Studio Basel.

Einen Einblick in die neuen Studioflächen des SRF im Meret Oppenheim Hochhaus erhalten Interessierte am Eröffnungsanlass SRF-Studio Basel am Samstag, 22. Juni 2019.

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René Schell
René Schell
René Schell ist seit sechs Jahren Gesamtprojektleiter bei SRF für den neuen Studiostandort in Basel. Zuvor war er während 20 Jahren als Programmschaffender für SRF tätig und bekleidete verschiedene Führungsfunktionen, u.a. war er Nachrichtenchef der Radioinformation in Bern. Seit Anfang Mai ist er Stabsleiter der Abteilung Kultur von SRF.

interviewt von

Maja Ristic
Maja Ristic
Maja Ristic arbeitet seit 2005 für SBB Immobilien. Aktuell leitet sie die Abteilung Immobilien Bewirtschaftung Anlageobjekte Region Mitte. Sie verfügt über 15 Jahre Erfahrung in der Immobilienvermarktung, -bewirtschaftung sowie in der Projektentwicklung bei der Umsetzung von Mieterbedürfnissen für die Nutzungsarten Büro, Gastro, Retail und Wohnen. Maja Ristic ist diplomierte Immobilientreuhänderin mit einer Weiterbildung in Leadership.
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