«Das Warenhaus der Zukunft ist nicht einfach ein Haus mit Waren.»

«Das Warenhaus der Zukunft ist nicht einfach ein Haus mit Waren.»
16. Mai 2019, Patrick Cordey im Gespräch mit Benjamin Flückiger

«Das Warenhaus der Zukunft ist nicht einfach ein Haus mit Waren.»

Mit dem Bauprojekt O'Vives in Genf entsteht in der Einkaufspassage des künftigen Léman-Express-Bahnhofs ein neues Manor-Geschäft. Es umfasst 460 Quadratmeter und bietet ein Non-Food-Sortiment mit zahlreichen exklusiven Marken. Auch der Service «Click & Collect», ein neues Geschäftskonzept, ist hier zu haben.

Was macht Manor so attraktiv und welche Ambitionen hegt die Warenhauskette für die Zukunft? Um das herauszufinden, habe ich mit Benjamin Flückiger, Head of Business Development der Manor-Gruppe, gesprochen.

Manor ist ein Traditionshaus, das 1902 in der Schweiz gegründet wurde und mit seinen vielen Filialen unbestreitbar auf Erfolgskurs ist. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Manor ist die grösste Warenhauskette der Schweiz mit Standorten an bester Lage in allen Landesgegenden. Viele unserer Geschäfte sind richtige Traditionshäuser: in Basel an der Greifengasse, in Zürich an der Bahnhofstrasse, in Genf an der Rue Cornavin, in Baden am Schlossbergplatz und in Locarno an der Piazza Grande.

Manor vertreibt über eine Million Artikel und bezieht von rund 2800 Lieferanten weltweit. Ausserdem passt sich jedes Manor-Geschäft den örtlichen Bedürfnissen an. Diese kaufen für ihre 31 Manor-Food-Märkte bei rund 690 lokalen Zulieferern und Produzenten regionale und saisonale Produkte ein. Die 31 Manor-Food-Märkte geniessen gerade wegen ihren frischen Lebensmitteln grosse Beliebtheit. Von Obst und Gemüse über Fisch und Fleisch bis zum Bio-Brot aus der eigenen Bäckerei: Die Manor-Food-Märkte bieten ihrer Kundschaft qualitativ hochstehende Erzeugnisse.

Ausserdem verfügt Manor über ein attraktives Online-Angebot. Die Kunden können aus über 170 000 Artikeln aus den Bereichen Mode, Schmuck & Uhren, Sport & Gepäck, Beauty, Heim & Haushalt, Spielwaren, Multimedia, und Wein auswählen.

Inwiefern unterscheidet sich die Filiale in der Einkaufspassage des Bahnhofs Eaux-Vives von den anderen?

In Eaux-Vives liegt der Akzent stark auf Produkten des täglichen Bedarfs und den Bedürfnissen der Quartierbevölkerung. Es geht also nicht nur darum, die Pendler und Fahrgäste der Bahn zu erreichen, sondern den Bahnhof zu einer eigentlichen Shopping-Destination zu machen. Dies werden wir dank eines inspirierenden, attraktiven Sortiments von Beauty-, Mode- und Lifestyle-Artikeln schaffen.

Was versteckt sich hinter «Click & Collect» und wie integrieren Sie die Digitalisierung und das Internet in Ihr Geschäftskonzept?

Ganz allgemein und gerade für kleinere Formate wie Manor Eaux-Vives ist die Vernetzung extrem wichtig. Dank «Click & Collect» und «Instore-Ordering» ist Manor in der Lage, auch auf kleinem Raum die ganze Kompetenz und Attraktivität des Gesamtsortiments anzubieten. (Dies trifft übrigens auch für baldige Prozesse zu wie «Click & Reserve» und «Click & Pay-instore».) In Genf ist das ganz besonders wichtig, denn hier sind sich die Kunden ein besonders breites Angebot gewohnt. Gegenwärtig prüfen wir auch die Möglichkeit, einen Lieferdienst von Genf Cornavin direkt in die Filiale Eaux-Vives einzuführen, damit die Kunden ohne Weiteres Zugriff auf das gesamte Angebot erhalten.

Das Warenhaus der Zukunft ist nicht einfach ein Haus mit Waren. Das Produktangebot kann ja online bereitgestellt werden. Die Geschäfte müssen sich vielmehr durch ihre Dienstleistungen und das spannende Kundenerlebnis auszeichnen.

Welchem Zukunftsprojekt widmen Sie am meisten Zeit?

Heute konzentrieren wir uns stark auf das Thema Digitalisierung, die Stärkung des Online-Kanals und die Weiterentwicklung des Konzepts Warenhaus.

Wie sieht aus Ihrer Warte der Bahnhof in zehn Jahren aus?

Der Trend geht ganz eindeutig dahin, dass die Bahnhöfe an Bedeutung gewinnen und die Besucherzahlen laufend zunehmen (Stichwort Mobilitätsplattform). Dies bedeutet, dass sie auch für den Konsum wichtiger werden. Also auch für uns.

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Benjamin Flückiger
Benjamin Flückiger
Benjamin Flückiger begann seine berufliche Laufbahn vor zwölf Jahren bei Manor. Dort arbeitete er zuerst als Trainee, dann als Management Assistant to CEO & CFO. Danach wurde er Leiter der Filialen Manor Hinwil und Manor Bachenbülach. Er arbeitete überdies als Business Development Manager am Hauptsitz in Basel und ist dort seit Kurzem Head of Business Development. Benjamin Flückiger verfügt über einen Master of Science in Business & Economics.

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Patrick Cordey
Patrick Cordey
Patrick Cordey ist bei SBB Immobilien seit sieben Jahren Leiter Bewirtschaftung Anlageobjekte Region West. Zuvor war er Leiter RailCity Genève. Er ist diplomierter Betriebsökonom (Universität Genf), eidgenössisch diplomierter Immobilientreuhänder und verfügt über einen eidgenössischen Fachausweis Immobilienbewirtschafter. Er war Leiter von vier Einkaufszentren, bevor er bei der SBB eingetreten ist.
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