Wie sieht der Bahnhof der Zukunft aus?

Wie sieht der Bahnhof der Zukunft aus?
2. November 2016, Jürg Stöckli

Wie sieht der Bahnhof der Zukunft aus?

Damit beschäftigen wir uns bei SBB Immobilien schon lange. Wir stellen uns die Frage noch etwas spezifischer: wie entwickeln bzw. wandeln sich unsere Bahnhöfe und was sind die Treiber?

Heute ist ein Bahnhof überwiegend funktional aufgebaut und somit stark «Transitraum» zum Ein- Aus- und Umsteigen. Wir spüren aber, dass sich die Kundenbedürfnisse und das Konsumverhalten stark wandeln und bereits weit mehr vom Bahnhof verlangen. Hinzu kommen der technologische Fortschritt, die sich verändernde Mobilität, die Urbanisierung sowie der demographische Wandel. Das alles hat grossen Einfluss auf den Bahnhof der Zukunft.

Der Bahnhof als Destination.

Ich denke, der Bahnhof der Zukunft wird noch stärker zur Drehscheibe der Multi-Mobilität und zu einer Destination mit einem attraktiven Angebotsmix sowie einer hohen Aufenthaltsqualität. Man geht dann nicht nur zum Bahnhof, um den nächsten Zug zu nehmen, sondern nutzt ihn als zentralen Ort zum Shoppen, um sich zu treffen und dort zu verweilen. Ich stelle mir konkret mehrere Zonen vor: Einen Rush-Bereich, wo die Reisenden in grosser Zahl durcheilen. Dort reihen sich vor allem Läden ein, die eine rasche Bedienung ermöglichen – wie zum Beispiel Take-Away-Stände. Wir nennen das die «Hyper-Convenience-Zone», wo schnell bedient wird, bargeldlos bezahlt werden kann und Produkte via Pre-Ordering bereitstehen. Daneben gibt es ruhigere Verweilzonen, wo man sich länger aufhalten kann, wo man den Bahnhof eher als Destination wahrnimmt.

Bahnhof

Einkaufen per Click & Collect.

Auch das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten wird sich verändern. Denn natürlich hat auch die Digitalisierung ihren Einfluss auf die Dienstleistungen im Bahnhof. Beispielsweise werden heute noch grosse Flächen im Schuh- und Modebereich betrieben. Solche Formate wird es immer geben, aber es kommt zu Bereinigungen. Das sind Flächen, die man anders nutzen wird. Das werden einerseits Showrooms sein, die nur noch ein beschränktes Angebot bieten. Den Rest bestellt man sich online vor Ort.

Die Handelszeitung hat mich gerade aktuell zum Bahnhof der Zukunft und weiteren Themen rund um unsere Bahnhöfe interviewt. Das komplette Interview finden Sie hier: «Der Bahnhof ist keine geschützte Werkstatt»

Beitrag teilen

Fokusthemen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.
Die Felder "E-Mail" und "E-Mail bestätigen" müssen übereinstimmen.
*Pflichtfelder
Speichern