Den Zürich HB durch die «Punktwolke» entdecken.

Den Zürich HB durch die «Punktwolke» entdecken.
9. April 2019, David Wenger

Den Zürich HB durch die «Punktwolke» entdecken.

Der Zürich Hauptbahnhof ist mit täglich rund 450'000 Besuchern, mehr als 3000 Verkehrsbewegungen und über 200 Geschäften der grösste Mobilitätshub der Schweiz. Im Rahmen von «My Smart Station Zürich HB» soll dieser zum digitalsten und persönlichsten Verkehrsknotenpunkt der Welt entwickelt werden. Dafür befinden sich derzeit rund 30 Digitalisierungs-Projekte in der Umsetzung.

In der Ausstellung «einfach zürich» im Landesmuseum Zürich kann der Zürich HB aktuell aus bisher unbekannten Perspektiven besichtigt werden. In 3D-Videos wird der Besucher auf eine einzigartige Flugreise durch das Gebäude zu bekannten und unbekannten Bereichen des Zürich Hauptbahnhof genommen. Die Videos werden im Landesmuseum in einem Raum auf drei Grossbildleinwänden präsentiert. So erhält der Zuschauer das Gefühl, durch den Zürich HB zu fliegen.

Der Zürich HB in 10 Milliarden Datenpunkten.

Diese unerwarteten Einblicke in den Mobilitätshub ermöglicht ein Start-up der ETH Zürich SCANVISION. Die Grundlage dafür bilden sogenannte «Punktwolken». SCANVISION hat dazu an über 600 Positionen im Zürich HB Laserscans durchgeführt, die rund zehn Milliarden Datenpunkte von Gebäude und Umgebung generierten. Diese Datenpunkte wurden anschliessend vernetzt und bearbeitet. Entstanden sind dabei einmalige Videos, die mithilfe eines 3D-Effekts («immersiver» Effekt) den Zuschauer «fliegend» durch verschiedene Bereiche des Bahnhofs hindurchführen – sogar durch Wände.

Transparente Ästhetik und Komplexität.

Das Landesmuseum beschreibt die «Punktwolke» folgendermassen:

 

Matthias Vollmer
SCANVISION

Durch ein Scanning mit Hilfe eines Lasermessverfahrens werden riesige Mengen von Messpunkten generiert. Damit lässt sich jede Umgebung in hoher Auflösung darstellen. Wenn nun die Gesamtheit dieser Daten Verwendung findet, entsteht eine Ästhetik von präziser, fast geisterhafter und dennoch realistischer Transparenz.

Den Gebäudekomplex Zürich HB in der «Punktwolke» abzubilden, war für SCANVISION Herausforderung und Ziel zugleich:

 

Matthias Vollmer
SCANVISION

Der Zürich HB ist ein wichtiges und bekanntes Element von Zürich, trotzdem weiss niemand richtig, wie er eigentlich funktioniert. Die «Punktwolken»-Technologie bietet eine gute Möglichkeit, dies zu visualisieren und Zusammenhänge im Untergrund sichtbar zu machen.

Laserscan und Punktwolke für virtuelle Gebäudepläne.

Laserscans und «Punktwolken» bieten nicht nur Museumsbesuchern einmalige Erlebnisse in Gebäude einzutauchen. Sie können generell bei der Erstellung von virtuellen Gebäudeplänen dienen und anschliessend für eine präzise Navigation oder Augmented-Reality Anwendungen eingesetzt werden. Die Technologie hat den Vorteil, auch historische Objekte dreidimensional und präzise aufzunehmen, abzubilden und zu verändern. So können mit geringem Aufwand komplette Bauprozesse in 3D dokumentiert und simuliert werden, wie zum Beispiel die Entwicklung eines Gebäudes. Zudem kann damit die herkömmliche Vermessungstechnik erweitert und dynamisch gestaltet werden.

Feedback erwünscht.

Ich glaube, dass die «Punktwolken»-Technologie in Zukunft ein wichtiges Puzzle-Element in der Entwicklung von digitalen Zwillingen im Bereich von Building Information Modelling (BIM) sein wird (siehe dazu auch Blogpost «Warum die Digitalisierung das Bauen und die Bewirtschaftung revolutionieren wird»).

Die Ausstellung «einfach zürich» im Landesmuseum Zürich kann bis auf weiteres kostenlos besucht werden. Ihr Feedback und Ihre Eindrücke interessieren uns!

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David Wenger
David Wenger
David Wenger leitet den Bereich Digital Marketing & Products bei SBB Immobilien. Er bringt neue Technologien, Digitales Marketing und die digitale Immobilienwelt zusammen. David ist seit 2011 in verschiedenen Rollen im digitalen Umfeld bei der SBB tätig und hat einen Bachelor in BWL sowie einen Master in Wirtschaftsinformatik.
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