Ersatz fossiler Gebäudeheizungen geht voran.

Ersatz fossiler Gebäudeheizungen geht voran.
4. Februar 2021

Ersatz fossiler Gebäudeheizungen geht voran.

Die SBB hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt und strebt die Klimaneutralität bis 2030 an (Klimaneutrale SBB). Für die Immobiliensparte bedeutet dies, dass in den nächsten 10 Jahren bei Gebäudeheizungen ein grosser Umbruch stattfinden wird. Es gilt aber auch das Energiesparprogramm, bei welchem seit 2012 bereits rund 52 GWh Energie (entspricht dem Stromverbrauch von über 1300 Haushalten) einspart wurden, auszudehnen und die Energieeffizienz in den Gebäuden zusätzlich zu steigern. Diese Massnahmen umfassen Verbesserungen bei Heizung, Lüftung und Klimaanlagen oder die verbesserte Gebäudeisolierung.

Der Immobilienpark umfasst Anfang 2021 noch rund 500 fossilbetriebene Anlagen. Diese sind für rund 40 Prozent des CO2-Fussabdrucks der SBB verantwortlich. Seit 2016 werden alle Neu- und Umbauten ohne fossile Brennstoffe realisiert und alle Heizöl- und Erdgasheizungen mit erneuerbaren Energien substituiert. Die bevorzugten erneuerbaren Energieträger für die Gebäudeheizungen sind Holz, Umwelt- und Fernwärme, wie zum Beispiel der Anschluss des Bahnhofs in Zug an das Seewasser-Wärmenetz des örtlichen Energieversorgers.

«Energie-Vorbild».

Der Verzicht auf fossile Energieträger ist darüber hinaus Bestandteil der Initiative Energie-Vorbild, zu welchem sich die SBB verpflichtet hat. Bereits sind über 140 Anlagen auf fossilfreie Alternativen umgerüstet, wodurch jährlich über 1,66 Millionen Liter Heizöl eingespart werden. Dies entspricht dem Volumen von rund 66 Tanklastwagen. Auch im Coronajahr 2020 wurden 30 Anlagen ersetzt. Bis in Jahr 2030 wird die SBB mit diesen Massnahmen jährlich rund 40 000 Tonnen an CO2-Emmissionen einsparen. Darüber hinaus bezieht die SBB für ihren Gebäudepark ausschliesslich Strom aus Wasserkraft.

Kurz nachgefragt.

Kurt Gubler, Bauprojektleiter Immobilien Bewirtschaftung Region Ost

Was sind die grössten Herausforderungen beim Ersatz der fossilen Heizungen?

Vielfach sind es die beengten Platzverhältnisse im Untergeschoss von Bahnhofgebäuden, da oft nur ein Teil unterkellert ist. Zudem durchqueren wegen der Bahntechnik vielfach Kabel und Leitungen die Räume. In solchen Fällen muss alles verkleidet und mit Serviceöffnungen versehen werden. Zu beachten ist auch die Anlieferung bzw. die Platzierung im Gebäude. Der Füllschlauch für Pellets hat beispielsweise max. 30 Meter Reichweite. 

Nach welchen Kriterien werden die Alternativen ausgewählt?

Hauptsächlich aufgrund der Vorlauftemperaturen. Bei schlecht isolierten Gebäuden kommt eher eine Pelletsfeuerung zum Zug, was meistens der Fall ist. Bei modernen Gebäuden (z.B. mit Bodenheizung) eher eine Wärmepumpe. Es wird stets auch geprüft, ob Fernwärme vorhanden ist.

Wie lange dauert der Ersatz einer fossilen Heizung?

Rund ein Jahr. Jeweils im Spätsommer werden die zu ersetzenden Anlagen erhoben, angeschaut und bis November ein Sanierungsvorschlag erarbeitet. Im 1. Quartal des Jahres erfolgen Baueingabe, die Vergabe und im Mai beginnen die Arbeiten, so dass die neuen Anlagen Mitte/Ende Oktober in Betrieb genommen werden können.

Mehr Infos.

Bildquelle: proPellets.ch

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