Ambitionierter Klimaschutz bei der SBB: ab 2030 klimaneutral – was heisst das genau?

Ambitionierter Klimaschutz bei der SBB: ab 2030 klimaneutral – was heisst das genau?
10. Februar 2020, Andreas Burkhardt

Ambitionierter Klimaschutz bei der SBB: ab 2030 klimaneutral – was heisst das genau?

Die Schweiz baut mit der Energiestrategie 2050 das Energiesystem um und will bis 2050 klimaneutral sein. Dies bedingt eine rasche und massive Reduktion der Treibhausgasemissionen, insbesondere von CO2 und weiteren klimaschädlichen Gasen wie beispielsweise Kühlmitteln. Die SBB als bundesnahes Unternehmen will dabei weiterhin eine Vorbildfunktion einnehmen und mit ihrer Energie- und Klimastrategie die Energieeffizienz steigern und erneuerbare Energien fördern. 

Die SBB will ihre betrieblichen Emissionen gegenüber 2018, dem Basisjahr, bis 2030 um 50% und bis 2040 um 92% senken. Dies entspricht den wissenschaftlichen Vorgaben (Science based targets), um zum Ziel des Pariser Abkommens beizutragen, das die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen will. 

Zur Erreichung der Klimaneutralität werden ab 2030 die Restemissionen kompensiert. Dies betrifft die unvermeidlichen Restemissionen aus der Energiebereitstellung, der Restnutzung von fossilen Brenn- und Treibstoffen und technischen Gasen, der Abfallentsorgung und den Geschäftsreisen. Dazu werden primär Klimaschutzprojekte innerhalb der SBB Wertschöpfungskette bei Lieferanten und Mitarbeitenden umgesetzt (carbon insetting). Falls dies nicht ausreicht, werden entsprechende Klimaschutz-Zertifikate aus der Schweiz gekauft (carbon offsetting). 

Für SBB Immobilien heisst das vor allem, den CO2-Fussabdruck der Gebäude zu reduzieren. Das erreichen wir, indem wir bei anstehenden Heizungssanierungen in den Bahnhöfen und übrigen Liegenschaften die bestehenden Heizungen durch fossilfreie Alternativen wie beispielsweise Holzpellet-Heizungen oder Umweltwärme via Wärmepumpen bzw. Fernwärme ersetzen. 2019 haben wir 29 Standorte auf erneuerbare Energieträger umgerüstet. Wir tun dies konsequent seit 2016 und haben diese Massnahme schon bei über 100 Gebäuden umgesetzt. Bis 2030 verschwinden die Öl- und Gasheizungen aus sämtlichen Gebäuden. Wer sich für die Berechnungsgrundlagen interessiert, findet diese beispielsweise im Faktenblatt des Bundesamts für Umwelt BAFU (PDF).

Darüber hinaus beziehen wir für unsere Gebäude seit Anfang 2019 ausschliesslich Strom aus Wasserkraft. Damit ist bei der SBB nicht nur das Bahnfahren klimaschonend – auch die Bahnhöfe werden «grüner».

Nachhaltigkeit bei SBB Immobilien

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interviewt von

Andreas Burkhardt
Andreas Burkhardt
Andreas Burkhardt ist seit August 2019 Leiter Portfolio Management und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Immobilien. Er studierte an der HSG (Universität St. Gallen) Ökonomie und Staatswissenschaften. Andreas Burkhardt arbeitet seit 2010 bei SBB Immobilien und hat sich unter anderem in Real Estate mit einem Master-Abschluss weitergebildet. Er bloggt zu strategischen Themen aus dem Immobilienbereich der SBB.
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